Die Entstehung des Trabants
Die Geschichte des Trabant beginnt im Jahre 1954 mit einem Beschluss des MinisterratesÝ
der DDR, in dem der Minister f¸r Maschinenbau die Anweisung erh”lt, ein Auto mit folgenden Eigenschaften entwickeln zu lassen:KleinwagenÝ mit zwei Haupt- und zwei NotsitzenÝmaximales Gewicht 600 kg.Ýdurchschnittlicher Verbrauch 5,5l/100 km. Jahresproduktion ca. 12'000 St¸ck Preis 4'000 Mark Entwicklungszeit 18 Monate Kunststoffkarosserie Tats”chlich herrscht Anfang der f¸nfziger Jahre Rohstoffmangel in den verschiedensten Bereichen der Volkswirtschaft. F¸r den Bau von Kraftfahrzeugen ist unter anderem nicht gen¸gend Blech vorhanden darum auch der Auftrag f¸r die Konstrukteure, alternative Werkstoffe zu entwickeln. Bis zum ersten Trabant vergehen jedoch noch vier Jahre. Ursache daf¸r waren Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Automobilwerken Zwickau und dem Forschungs- und Entwicklungszentrum FEW in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz) welche parallel am Projekt P50 arbeiteten. Noch im Jahre 1954 stellt das FEW Karl-Marx-Stadt den ersten Prototypen vor, welcher im wesentlichen den Vorgaben entspricht. Die Premiere des Ur-Trabant P50 wird aber ein Misserfolg. Das Auto sieht unf–rmig aus und bietet auf dem R¸cksitz zuwenig Platz. Auch die Technologie der Kunststoffbeplankung ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht ausgereift, die Karosserie weist einen zu hohen Blechanteil auf. Nach erfolgter ¸berarbeitung und Modifizierung an den Karosseriemassen und der Optik erh”lt das Projekt als P70 gr¸nes Licht zum Bau im VEB Sachsenring in Zwickau. Der dort seit 1945 gebaute F 8 wird abgel–st.

VEB SAXENRINKWERKE ZWIGGAU
DECHNIK VOM DRABBI 601

MODOR: Luftgekielder, Zweezelinder- Zweedackder mit Ý Drehschiebereilasssteierung und Golbenzrickholfeder.
HUBRAUM: 594 Gubickzentimeto.
VODICHTUNG: 7,6 : 1
LEISDUNK Brutole 26 PS bei 4.200 U/min.
MAX. DREHMOMENT: 54 Nm bei 3.000 U/min.
ZINDUNK Molotov-Abreisszindunk mit vogromtem Zindfunken.
VENDILE keene
NOGGENWELLE: keene
ZAHNRIEM: keene
ZINDKERZEN: Crustschow 175 hl (UdSSR)
VERGASER: hattaÝ
BENZINBUMBE: hatta nich, Benzin f”llt ieber Steigrohr innen Vergaser.
ANLASSER: VEB Anlassergombinot Winterschreck
GRAFTIEBERTROGUNK: Frondandrieb, vollsingronisiertes, supermodernes
4-Gank-Getriebe mit Freilauf im 4. Gank.
einzelrodaufh”ngunk vorn, hinne und for's Arsatzrod,
FAHRWERG: Gelenkhinnerachs in Gummifedern, Seilzugl”ngunk mit audomadscherÝ Spurverbreiderunk nach10.000 km,
hidraulsche Drommelbrems vorn und gelegendlichÝ
a hind'n.
GAROSSERIE: Viersitzscher Kombi mit zwee Tiern, Stahlblechgarosse mit Plaste Beplankunk. Bodengrubbe 2 mm Blech, Lieschesidse nach L–sen von 4 Schraum schnell bedriebsbereid. Der Dacho ward dursch e'Windrod am Bug a'gedriem, daher bei Jegnwind leichte Fehlmessung meglich. Scheimwischer-Handbedrieb durch gleichm”ssches zien an der roten Schnur (Sonnerausstaddunk), Scheimwaschanlache in Form von Wasserpistol (liecht im Handschuhfach) Falls eene Beheizung des Wongs notwensch ward, z.B. im Winnder, isses zweckm”ssch en'n Spiridusgocher zu kaf'n (VEB Spiridusgochergombinot) Der Gocher passd genau in de Middelgonsole vom Drabbi. ACHDUNG! Beim Schalten Asbesdhandschuh drag'n sonst Brandblosn an de Pfod'n. ?
SPURWEIDE: vorn: 1206 mmÝÝÝÝÝ hinne: 1255 mm
RADSTOND: 2020 mm
MASSE:Ý L”nge: Ý ÝÝ Breide: 1504 mmÝÝÝ Hehe: 1437 mm Ý
DANKINHALT: 24 Lidder Ý
BESCHLEUNSCHUNK: 100 km/h in hervorrogenden 43 sek. Ý
FAHRLEISDUNG:Ý Die Geschwindischk”th des Wong's is eene Ungeheire. Se konnt in der DDR noch nich rich'sch erforscht wern,do hier eene hehere Geschwindischk”th als 100 nicht erlaubt ist. Ý
FAHRGEREISCHE:ÝÝÝÝ
innen ca.
aussen ca.Ý
De Gereische halt'n sich in Grenzen. Ý
125 dB Ý
128 dB
Der Kandidat
Motor

Zweizylinder-Zweitaktmotor, luftgek¸hlt

Motorentyp

P60/61 (1964 - 1969)

63/64 (1969 - 1974)

P65/66 (1974 -1990)

Hubraum in ccm

594,5

Bohrung x Hub in mm

72 x 73

PS bei U/min

23/4000

26/4200

max. Drehmoment

5,3

5,5

mgk bei U/min

2800

3000

Verdichtung

7,6:1

7,5:1

Schmierung —l/Kraftstoff

1: 33

1:33 1:50 (ab 1974)

Batterie

6 V, 56 Ah

6 V, 56 Ah 12 V, 38 Ah (ab 1983)

Lichtmaschine

180 W

180 W Drehstrom 42 A (ab 1983)

Gemischaufbereitung

Flachstromvergaser

Kraft¸bertragung

Frontantrieb, Einscheibentrockenkupplung, Kr½ckstockschaltung

Getriebe

Viergang

Synchronisierung

ja

Getriebe¸bersetzung

1. Gang

4,08

2. Gang

2,32

3. Gang

1,52

4. Gang

1,03

Antriebs½bersetzung

4,33

Fahrwerk

selbsttragende Bodenplattform, Duroplast-Karosserie mit Stahlblechgerippe

Radf¸hrung vorn

Einzelradaufh”ngung, Querfeder

Radf¸hrung hinten Einzelradaufh”ngung, Querfeder Pendelachse mit Dreieckslenkern Einzelradaufh”ngung, Querfeder Pendelachse mit Dreieckslenkern (ab 1988 Schraubenfedern)
Lenkung

Zahnstange

Bremsen

Trommelbremsen vorn und hinten

Masse und Gewichte

Spurweite vorn in mm

1211

Spurweite hinten in mm

1255

L”nge / Breite / H–he in mm

3555 / 1510 / 1437 (Universal: 3560 / 1510 / 1437 Tramp: 3480 / 1506 / 1465)

Reifengr–sse

5,20-13

Wendekreis in m

10

Leergewicht in kg

615 (Universal: 650 Tramp: 645)

zul. Gesamtgewicht in kg

950 (Universal: 1040 Tramp: 1020)

Tankinhalt in l

24

24 26 (ab 1973)

Fahrleistungen

H–chstgeschwindigkeit km/h

100

Die Restauration
Rohcarrosserie
Rost im Radkasten aussen
Rost im Radkasten innen
Nachdem das ganze Fahrzeug in seine Einzelteile zerlegt worden ist und auch alle Scheiben demontiert wurden, kann nachÝeiner gr¸ndlichen Reinigung erstmals festgestellt werden wie stark die Carrosserie besch”digt und wo sie durchgerostet ist. Danach werden die Reparatur arbeiten systematisch durchgef¸hrt. Am besten nimmt man sich zuerst alle tragenden Teile vor und danach die Anbauteile. Beulen werden ausgebeult und eventuell aufgezinnt aber keinesfalls nur ausgespachtelt. Zur Reparatur der Radkasten hinten und vorne werden die noch verwendbaren Kunststoffteile sorgf”ltig abgetrennt, damit sie nach erfolgter Reparatur am Blech wieder gut montiert werden k–nnen.
Rost im Radkasten vorne
Alte T¸re, T¸rboden und T¸rblatt
Motorhaubenverst”rkung
Nach dem entfernen der alten T¸rbl”tter werden zuerst die T¸rrahmen sorgf”ltig gereinigt und auf Durchrostungen untersucht. Bei dieser T¸r (Bild unten Mitte) ist der T¸rboden durchgerostet und muss darum ersetzt werden. Nach dem abtrennen des alten T¸rbodens wird das neue Teil angepasst und stumpf autogen eingeschweisst. Nach der Montage am Auto kann das neue T¸rblatt angeklebt werden. Die T¸rbl”tter und auch die anderen aussen Teile werden aus Kunststoff gefertigt. Der aus Baumwollvlies, Holzschliff und Phenolharz - Granulat unter hohem Druck und W”rme hergestellte Kunststoff wurde in die Formen gepresst und danach auf die entsprechenden Blechteile geklebt, geschraubt und genietet.ÝDie Spaltmasse werden nach Durchh”rtung der Verklebungen eingestellt, indem die verklebten T¸ren zusammen mit den Kotfl¸geln durch schleifen aller Teile auf das ben–tigte Mass gebracht werden. Weil die Kunststoff - Teile etwas gr–sser gefertigt werden ist das machbar.Ý
Behandelte N”hte
Unterboden lackiert
Gestrahlt und Grundiert
Nach Abschluss aller Schweissarbeiten werden die bearbeiteten Carrosserien”hte kaltverzinkt und mit einer guten, spritzbaren Nahtabdichtung verschlossen. F¸r die Lackierung der Aussenhaut sollte die Farbe nicht zu hart eingestellt werden, was mit den entsprechenden Komponenten zu bewerkstelligen ist.Ý
Die Rohkarroserie ist fertig lackiert, das Auto kann jetzt wieder zusammengebaut werden.
Die Mechanik wird restauriert
Nach dem Ausbau der Vorderachse, werden zuerst die Bremsschilder und der Fahrschemel gereinigt,Ý Sandgestrahlt und lackiert. Schrauben und Kleinteile werden verzinkt. Bei der Montage werden Radlager, Dichtringe, Kunststoffb¸chsen und auch die Achsschenkel ersetzt inkl. Antriebswellen. Nach der Fachgerechten Revision ist die Vorderachse wieder neuwertig und wird f¸r die n”chsten Jahre problemlos funktionieren. Auf dieÝ regelm”ssige Schmierung sollte geachtet werden
Die Kleinteile sind verzinnkt
Die Federn wurden gesprengt
Nach langem putzen, schleifen, schweissen, kitten, kleben usw. kommt nun Arbeit die spass macht.
Das Getriebe ist zerlegt. Es ist gut, zweckm”ssig und relativ einfach aufgebaut. Es ist auch einfach zu restaurieren und brauch sehr wenig an Spezialwerkzeug. Es ist fast nichts drin. Auch im Motor ist fast nichts drin. Nur Kolben, Kurbelwelle - basta. Kene Ventile och kene Nockenwelle.
Fertig
Geschaft. Der stolze Besitzer.
Und hier die Ueberraschung des Tages:
Trabant-Wankelmotor 

Wer weiss mehr dar¸ber? Wenn Sie irgend etwas zum Thema beisteuern k–nnen senden Sie bitte E-Mail an folgende Adresse:Ý
kurt@hoppe-net.ch

Text und Bilder: Kurt Hoppe und ah.
----------- < oOo > -----------
Startseite    Firmenportrait    Werkstatt    Autohandel    Werte    Teile    Tipps/Technik    Presse    Anfahrt    Kontakt    Links/Suchen