Was  beim Kauf eines Volkswagen Typ I (Käfer) beachtet werden sollte

Carrosserie
An dieser Stelle soll eine kleine Zusammenfassung der Punkte gegeben werden, auf die ein Kaufinteressent eines VW-Käfers zuerst achten sollte, wenn er ein entsprechendes Fahrzeug gefunden hat. Ein erster Blick sollte immer dem Äusseren der Karosserie gelten. Eine Reihe von Hohlräumen und Falzen geben der Feuchtigkeit Gelegenheit, sich einzunisten und die Durchrostung zu beschleunigen. Am meisten gefährdet sind die Radkasten hinten, die Reserveradmulde, die Schweller (Heizkanäle) und die Endspitzen (Stosstangen aufnahmen hinten und vorne). Auf die Türböden sollte man auch ein Auge haben. Neben dem Rost ist es wichtig, die Originalität und Vollständigkeit der Anbauteile (Spiegel, Griffe, Leuchten usw.) zu prüfen. Originalteile sind für ältere Fahrzeuge meist selten und teuer. Ein Paar gebrauchte Einkammerrückleuchten für einen Brezel-Käfer werden z.B. um die 1000,- sFr. Gehandelt
Bodengruppe
Weiter wird die Bodengruppe untersucht, die sich bekanntermassen komplett vom Aufbau trennen lässt. Hier ist besonders der vordere Teil, der so genannte Rahmenkopf gefährdet, der sich je nach Vorderachse (Achskörper) unterscheidet. Alle grossflächigen Reparaturen erfordern an der Bodengruppe Schweissarbeiten. Die benötigten Reparaturbleche sind z.T. als Nachfertigungen erhältlich. Achtung: Die Bodengruppe darf nicht mit der Carrosserie verschweisst sein. Zur Kontrolle des Bodenblechs von unten empfiehlt sich ein Schraubenzieher oder ähnliches, mit dem man die zu untersuchenden Bereiche "abklopfen" kann. Rostige oder gespachtelte Bereiche findet man so auf Anhieb, selbst wenn sie unter einer dicken Schicht Unterbodenschutz versteckt sind.
Der  Motor
Der Motor kann in eingebautem Zustand begutachtet werden. Ein gepflegter und sauberer Motorraum lassen auf einen guten Zustand schliessen. Der Motor sollte im kalten Zustand nach wenigen Umdrehungen spontan anspringen. Etwas grauer Rauch aus dem Auspuff ist nach längeren Standzeiten normal, da sich Öl in den Zylindern sammeln kann, das dann unvollständig verbrannt wird. Im Fahrbetrieb sollte der Motor  jedoch nicht mehr rauchen oder die Abgase nach verbranntem Öl riechen. Der Motor darf aber auch durch Undichtheit kein Öl verlieren, was am besten zusehen ist, wenn sich auf dem Boden unter dem Fahrzeug Ölflecken befinden. Ist nach dem Kaltstart die Startautomatik in Betrieb, so erhöht sich die Leerlaufdrehzahl für einige Minuten. Ein kurzer Tritt auf das Gaspedal gegen Ende der Kaltlaufphase reduziert die Drehzahl auf ca. 950 Umdrehungen. Der betriebswarme Motor dreht im Normalfall ohne Ruckeln von 1500 bis 4000 Umdrehung /min hoch. Beim Schalten darf kein Auspuffknallen zu hören sein.
Die Kupplung
Diese Baugruppe kann nur auf einer Probefahrt geprüft werden. Folgende Punkte sind bei einem Schaltgetriebe zu beachten:
Keine metallischen, jaulenden oder sonst wie auffälligen Geräusche bei synchronisierten Getrieben (ausser im Rückwärtsgang) kein schlagendes Geräusch, wenn abrupt vom Gas gegangen wird. Kein kratzendes Geräusch beim Gangwechsel. Man muss im Stand den Motor durch Einkuppeln abwürgen können, dazu Bremse feststellen. Keine Ölspuren zwischen Getriebegehäuse und Motor und bei den Stösselschutzrohren, von unten zu besichtigen.
Das Fahrwerk
Das Fahrwerk aller Käfervarianten gilt als weitgehend robust und langlebig. Lediglich die Bremsanlage bedarf einiger Aufmerksamkeit. Dies gilt besonders für die Seilzugbremse alter Modelle und das Geradeaus bremsen bei Trommelbremsen. Folgende Prüfpunkte im Bereich Fahrwerk sollten in Augenschein genommen werden und geben Hinweise auf den Pflegezustand des Fahrzeugs:
Profiltiefe und Verschleiss, Zustand und Alter der Reifen.Trommelbremsen: Einseitiges Ziehen, Rubbeln, metallisches Schleifen darf nicht sein. Belagstärke kontrollieren durch die Schaulöcher. Scheibenbremsen vorne, Belagstärke, Restdicke der Scheiben, min.10mm. kontrollieren. Sind die Rad- und Hauptbremszylinder dicht (trocken) und gangbar? Felgen unbeschädigt? Bei Federbeinvorderachsen muss das Federbein selbst und der Dom (obere Befestigung mit drei Schrauben) auf Durchrostungen kontrolliert werden. Die Funktion der Handbremse testen, festziehen, nach ca. 3 - 4 Zähnen muss sie einrasten. Schmierung der Kurbellenker- Vorderachse kontrollieren. Stossdämpfer sollen dicht sein. Fahrzeug darf nicht zur Seite hängen (Verstellung oder Bruch der Drehstäbe) Ist die Lenkung schwergängig? Hat sie zu viel Spiel? Am Lenkrad dürfen es max. 3 cm. sein.
Das Interieur
Bei der Innenausstattung spielen besonders die Vollständigkeit aller Anbau- und Zierteile eine Rolle. Bei älteren Fahrzeugen sind manche Teile, wie z.B. Radio und Uhr für Brezel-Käfer selten zu finden und entsprechend teuer. Gebrauchsspuren von Polstern, Himmel oder Teppich sind zulässig. Im Sinne der eigenen Sicherheit sollte auf das Vorhandensein von 3-Punkt-Automatik-Sicherheitsgurten auf den Vordersitzen und ggf. Beckengurten im Fond geachtet werden. Eine Nachrüstung ist in vielen Fällen möglich und sinnvoll. Für Cabrios gelten dieselben Kriterien bezüglich Carrosserie, Fahrwerk und Mechanik.
Zusätzlich sollten aber das Verdeck mit dem Gestänge und deren Verschalung, die Tür- und Seitenscheiben inkl. Abdichtungen, die Chromrahmen der Scheiben und die Fensterheber kontrolliert werden. Aufgepasst bei den Cabrioverstärkungen unter den Schwellern.
Sinngemäss sind alle diese Tipps auch für andere Fahrzeuge anwendbar.
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